PHARMA-CODE-Reihe Teil 3
Häufig gestellte Fragen zu PHARMA-CODE

PHARMA-CODE sieht aus wie ein normaler Strichcode. Je ausführlicher man sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird jedoch, wie anders er ist. Fehler können teuer sein – nicht nur in finanzieller Hinsicht. Hier sind die Fragen, die uns zu PHARMA-CODE am häufigsten gestellt werden.

 

Ein mehrfarbiger Strichcode?

F: Warum ist PHARMA-CODE mehrfarbig? Bestimmte Farben sind für Scanner nicht lesbar und reflektieren in Kombination mit Schwarz anders. Das verstößt gegen die ISO- und GS1-Standards, oder?

A: Ja, das stimmt. PHARMA-CODE wird jedoch nur in geschlossenen Systemen eingesetzt. Die GS1- und ISO-Konformität ist für diese Art von Anwendung irrelevant.
Angesichts seines Zwecks und des verfügbaren Druckbereichs muss PHARMA-CODE sehr klein sein. Da der Strichcode aus Platzgründen nicht länger sein kann, werden die Funktionen durch Farben erweitert.

F: Welche Farben sind zulässig und wie werden sie ausgewählt?

A: Die Farbauswahl liegt ganz im Ermessen des Markeneigners oder Verpackers. PHARMA-CODE wird inzwischen seltener mit Farben verwendet als in früheren Jahren, da Hersteller heute mehr Typen dieses Strichcodes zur Auswahl haben und verwenden. Farben werden bei PHARMA-CODE heute vor allem zu Marketing- und Branding-Zwecken eingesetzt. Farben können jedoch nach wie vor auch eingesetzt werden, um die korrekte Verpackung zu gewährleisten. Die Farbwahl muss natürlich mit den Verpackungsscannern kompatibel sein.

 

Ein unidirektionaler Strichcode?

F: PHARMA-CODE ist nicht bidirektional. Wird er von links nach rechts gescannt, wird eine andere Sequenz ausgegeben als beim Scannen von rechts nach links. Woher weiß der Scanner, welche Sequenz der codierten Informationen richtig ist?

A: Der Scanner kann die richtige Sequenz der codierten Daten nicht bestimmen. Es gibt keine Start-/Stopp-Muster, keine direkt lesbaren Zeichen und keine Prüfziffer. Das liegt daran, dass es sich um ein geschlossenes Anwendungssystem handelt. PHARMA-CODE kommt ohne die Sicherheitsmechanismen und Funktionen von Strichcodes für offene Systeme wie UPC oder Code 128 aus. Der zusätzliche Platz, den diese Funktionen benötigen, fehlt. Vor allem aber wird die Anwendungsumgebung engmaschig überwacht.

Die Ausrichtung des PHARMA-CODE auf der Verpackung und den Zusatzelementen entsprechen Designspezifikationen. Die Installation der Scanner an den Verpackungslinien erfüllt Spezifikationen. Alles greift in einem spezifizierten, geschlossenen und kontrollierten System ineinander.

 

Ein Strichcode zur Gewährleistung der Verpackungskorrektheit?

F: Wie gewährleistet PHARMA-CODE die Verpackungskorrektheit?

A: PHARMA-CODE fragt eine MES-Datenbank ab, d. h. das Produktionsleitsystem (Manufacturing Execution System). Dabei handelt es sich um eine Anwendung für den Strichcodeabgleich. Der Strichcode an der Innenseite der Verpackungslasche muss mit dem Strichcode an allen Zusatzelementen übereinstimmen. Ist dies der Fall, wird der Verpackungsvorgang fortgesetzt. Bei Abweichungen wird eine Systemaktion wie z. B. Anhalten, Umleiten zur Nacharbeit oder Ablehnung als Ausschluss oder eine andere Fehlerquarantäne ausgelöst.

 

*Gemeinsam verfasst mit John Nachtrieb, CEO of Barcode Test.